SISONKE CROSS CONTINENTAL FILMSCREENING TOP KINO, Rahlgasse 1, 1060 Wien, www.topkino.at Freitag, 23. März - Donnerstag, 29. März 2007, Täglich, 19 - 21 Uhr Ein
Projekt von KulturAXE Wien SISONKE 'togetherness' Filmreihe PROGRAMM (PDF) SISONKE
'togetherness' ladet ein zu einem differenzierten Blick auf das Leben in Afrika und auf das Leben in Europa in globaler Nachbarschaft. Abseits
gängiger Klischees, die den Mythos des 'Anderen' prägen, zeigt die SISONKE Filmreihe persönliche Sichtweisen, Lebenserzählungen und intime
Porträts. Subtil und eindrucksvoll zugleich sprechen sie über Nähe, Beziehung und Identität. SISONKE 'togetherness' steht für eine
gedankliche Gegenposition zu einem dystopischen Phantasma dessen Realität Grenzabschottung, Lagerbildung und reglementierte Bewegung heißt. In Zeiten
höchst ungleicher Möglichkeiten zu persönlicher Mobilität, wandelt die Idee SISONKE Entfernung in Nähe um. SISONKE entgegnet Xenophobien -
den Angstformen vor dem Fremden - und der Gleichgültigkeit, mit der unzensurierten Einladung gegenseitigen Kennenlernens. SISONKE
'togetherness'ist eine Filmreihe im Rahmen des 1. SISONKE Festivals in Wien, das von KulturAXE und Imfundiso Südafrika konzipiert wurde. Filmschaffende
aus Wien, Budapest und Johannesburg wurden eingeladen die Filmreihe gemeinsam zu kuratieren. Der Auswahlprozess der Filme/Videos zielt besonders auf die
Auseinandersetzung mit Konstruktionen von Identitätsbildern ab. SISONKE Film wird in Wien eröffnet. Weitere Filmreihen dazu werden 2007 auch in Budapest
und Johannesburg gezeigt werden. Mit der Zeit entsteht ein SISONKE Filmarchiv. PROGRAMM Die Filmemacher Dumisani Phakathi,
Johannesburg, Emanuel Danesch, Wien und László László Révész, Budapest, treffen jeweils die Auswahl der Filme
stellvertretend für ihren persönlichen kulturellen Kontext. In Wien zeigen Dumisani Phakathi und László László Révesz
auch eigene Produktionen. Jede Vorstellung präsentiert eine Auswahl von Kurzfilmen gefolgt von Dokumentar- oder Spielfilmen. Für SISONKE FILM speziell
produziert wird eine Reihe von kurzen Filmsequenzen, den sogenannten 'sisonke-spots'. PROFILE EMANUEL DANESCH, Wien www.danesch.at Emanuel Danesch, geboren 1976 in Innsbruck. Studium Universität für angewandte Kunst in Wien und
Akademie der bildenden Künste Wien. Als „polymedialer” Künstler beschäftigen sich seine Projekte, Dokumentarfilme und Installationen mit
Themen kultureller, ökonomischer und politischer Transformationen. Oft in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ist er in zahlreichen Ausstellungen im In-
und Ausland vertreten. DUMISANI PHAKATHI, Johannesburg Dumisani Emmanuel Phakathi, geboren 1975 in Soweto, Südafrika.
Preisgekrönter südafrikanischer Filmemacher, dessen Filme weltweit bei internationalen Filmfestivals präsentiert werden. Mehrere Produktionen
für das Südafrikanische Fernsehen. In seinen Dokumentationen erforscht er seine Community, Themen über Beziehungen und Identität.
LÁSZLÓ LÁSZLÓ RÉVÉSZ, Budapest/Wien www.revesz.eu Das Hauptthema
von LL. Révész ist die Anatomie des Bewusstseins. Mittels Malerei und Video erforscht er die einzigartige Verbindung zwischen Inhalt und paralleler
Wahrnehmung. Seit 1999 unterrichtet er an der Kunstakademie Budapest und gründet Cperu zur Multimedia Produktion. 2006 ist er in der künstlerischen
Leitung des ungarischen Kulturinstituts in New York tätig. PROGRAMMÜBERSICHT: PROGRAMM (PDF)
SISONKE 'togetherness' Filmreihe Südafrika - Österreich - Ungarn Freitag, 23. März 2007, 19 - 21 Uhr
DON'T F*** WITH ME I HAVE 51 BROTHERS AND SISTERS Südafrika 2004, OmU, 84 min. Zulu u. Englisch mit engl U
Regie
& Drehbuch: Dumisani Phakathi Kamera: Dumisani Phakathi, 2. Kamera: Nina Kellgren Musik: Zim Ngqawana
„Ich habe meinen Vater
sieben mal in 16 Jahren gesehen, aber das war nicht unüblich in Südafrika während der Apartheid. Eine Nation umgesiedelter Arbeiter und abwesender
Väter. 1996 beim Begräbnis meines Vaters, erfuhr ich, dass er 52 Kinder hinterließ. Also hatte ich 51 Brüder und Schwestern! Ich war
fasziniert von diesem Erbe und entschied meine Brüder und Schwestern aufzusuchen... und einen Film davon zu machen.” Von Soweto nach Ladysmith und
Durban, führt Dumisani Phakathi uns in diesem road movie um die Mitglieder seiner Familie zu treffen, Eltern und Kinder, die sich in großer
Spontaneität äußern. Mit diesen persönlichen Leben, gibt er uns ein intimes Portrait eines neuen Südafrikas in Suche nach sich selbst.
Filmfestival IDFA, Amsterdam, 2005 NY African Filmfestival 2005 und 2006 DocuSur, Teneriffa 2006 Filmfestival La Reunion, 2006 (1.
Preis, bester Dokumentarfilm) Filmfestival Frankreich (1. Preis bester Dokumentarfilm) Samstag, 24. März 2007, 19 - 21 Uhr
TREE Ungarn 2006, 2 Min Regie & Kamera: Gergely Nagy Ein Kurzfilm, darüber wie man einen Baum baut. BUNDESBERG
Ungarn 2004, 5 Min -in Englisch Regie, Animation & Kamera: Antal Lakner - Animation Fiktiver ironischer Vorschlag einen Berg in
Berlin zu erbauen mit Abfallstoffen aus Tetrapod Blöcken. Materie, die ursprünglich aus der Natur gewonnen wurde, wird gesammelt und über Jahre zu
einem Kilometer-hohen Berg gestapelt. Somit wird für die BewohnerInnen Berlins eine neue architektonische Qualität geschaffen. THE SUN OF
AFRICA Ungarn, 26 Min - OmU (Ung mit engl U) Regie & Kamera: Csaba Nemes - Doku Der in Budapest lebende
Medienkünstler Csaba Nemes nutzte die Ebenen Ungarns für seinen Dokumentarfilm THE SUN OF AFRICA, dessen Aufnahmen er durch die Scheibe eines Busses
schoss. Unzählige gigantische Plastik Zelte auf fast jedem Grundstück und Landstrich hatten sein Interesse geweckt. Wo immer er hinsah, fand er diese
Plastikzelte - etwas kleiner als durchschnittliche Einzel-familienhäuser, aber oft mehrere Quadrat-meter Boden einnehmend. Dafür gab es eine einfache
Erklärung: Die meisten Familien in Szentlorinckata verdienen ihren Lebensunterhalt mit Gemüseanbau. Eine der effizientesten Methoden für diesen
Anbau stellten die Plastikzelte dar, mit ihren eigenen Wasser- und Heizsystemen. Diese Zelte begannen nun die Landschaft in eine Industrie-Landschaft umzuwandeln.
WAITING FOR VALDEZ Südafrika 2002, 24 Min - OmU (Sprachen: Afrikaans, Englisch und Englische Untertitel)
Regie: Dumisani Phakathi - Kurzfilm Buch: Teddy Mattera Kamera: Mathys Mocke Musik: Zim Ngqawana Schnitt: Vuyani Sondlo
In
einem unbenannten Bezirk von Johannesburg in 1970, starrt ein vergnügter neugieriger Schuljunge namens Sharky unentwegt auf ein Plakat, das die
Aufführung des Burt Lancaster Films „Valdez is Coming” in einem lokalem Kino ankündigt. Sharky lebt bei seiner Großmutter nachdem seine
Eltern zwangsumgesiedelt wurden unter den Gesetzen der Apartheid. Da es ihm unmöglich ist, Eintrittskarten für den Film zu kaufen, bezahlt er stattdessen
den Zutritt zu den nächtlichen Aufführungen am Lagerfeuer, von seinen Freunden veranstaltet um den Film nachzuerzählen. Da aber seine
Großmutter plötzlich erkrankt, versäumt er das Ende des Films. Phakathi präsentiert die Geschichte von Sharky als Allegorie zu Südafrikas
Turbulenzen und Ungewissheiten.
NY African Filmfestival 2004 Cape Town International filmfestival 2003 10 Years Freedom Festival NY
2004 Margret Read Anthropology Filmfestival Washington 2004 (1 Preis, Kurzfilm) STEPS FOR THE FUTURE: WA N` WINA Südafrika
2002, 52 Min - OmU Zulu, Sotho, Englisch mit engl U Regie & Buch: Dumisani Phakathi - Doku Kamera: Dumisani Phakathi, 2.
Kamera: Mathys Mocke Schnitt: Vuyani Sondlo,Menno Boerma Musik: Zim Ngqawana
Dumisani Phakathi erforscht in diesem Film seine unmittelbare
Umgebung. Als Protagonist spricht er mit seinen Freunden über Themen wie Beziehungen, Sex und Liebe. So entsteht eine Reise, die die Kluft zwischen der
alltäglichen Welt und den Aidskampagnen offenbart, die an den Menschen, die sie erreichen sollen, oftmals vorbei gehen. Wa n` wina (sincerely yours)
ist ein ungewöhnliches Dokument des Überlebenswillens der mit dem tödlichen Virus infizierten Menschen.
Berlinale 2003
Internationales Filmfestival London 2003 Ismalia Ägypten, 2003 (1. Preis, bester Dokumentarfilm) Sonntag, 25. März 2007, 19 - 21
Uhr Auswahl László László Révész, Budapest/Wien, Künstler und Filmschaffender, www.revesz.eu: PHARMACY Ungarn 2002, 4 Min. Regie, Drehbuch, Kamera: László
László Révész, Bruce Checefsky Ein Remake des ersten polnischen Avantgarde Films 1930, der von den Nazis zerstört wurde.
Schauplatz des in s/w gehaltenen Stummfilms ist eine Apotheke, Thema Identität und Alltag. EXTENSION Ungarn 2003, 3 Min Regie,
Buch, Sound & Kamera: László László Révész Der Kurzfilm vergleicht die Symbole Davidstern und Yin-Yang. Drehort ist
die Wiener Wohnung, in der Michael Heineke's Film „La Pianiste” entstand. COUNT UP Ungarn 2006-2007, 6 Min Regie, Buch,
Sound & Kamera: László László Révész Erforschung der Identität, hochzählend in einem Zug durch verschiedene
Länder. SINGULAR HUNGARY Ungarn 2006, 45 Min - OmU (Ung mit engl U) Regie, Buch & Kamera: Will Potter/Lilla
Khoor - Doku Der Turul ist ein Fabelwesen aus dem ungarischen Mythenkreis. Der Turulvogel, der einem Adler ähnelt, soll die Ungarn nach Pannonien
geführt haben. Turul-Denkmäler und Statuen befinden sich u.a. an der Freiheitsbrücke in Budapest oder im Burgpalast. In den zwanziger Jahren wurde
der Turul zum Symbol der Nationalisten, als Urvater und Schutzfigur. 2005 wurde nun wieder eine Turul-Statue errichtet auf einem Platz im 12. Bezirk von Budapest.
Der Film erforscht die Meinungen der Bevölkerung zum Mythos Turul und seiner Neuerscheinung im heutigen Ungarn. THE TEQUILA GANG Ungarn
1999, 57 Min - OmU (Ung mit engl U) Regie: Laszlo Hudak, Imre Lenart - Doku Konzept, Schnitt: Miklos Erhardt Buch: Laszlo Hudak Eine
Doku-Fiktion über „das Leben auf der Straße, das niemand kennt” (Laszlo Hudak). Hudak ist der Boss einer Gang Obdachloser in Budapest; die
Banden-Mitglieder sind die DarstellerInnen des Films. Der Kultur-Anthropologist und Sozialarbeiter Imre Lenart dokumentiert dieses Leben auf unaufdringliche Art
nach den Anweisungen Hudak's. Miklos Erhardt (1966) ist ein Künstler aus Budapest, Mitglied der Projektgruppe Big Hope (www.bighope.hu). Montag, 26. März 2007, 19 - 21 Uhr DAYS THAT WERE FILLED WITH SENSE BY
FEAR Ungarn 2003, 7 Min - OmU (Ung mit engl U) Regie, Animation & Kamera: László Csáki - Animation
Buch: Tibor Bánóczki Sound: Tamás Zányi, Béla Zsebényi, Musik: TIGRICS, Róbert Bereznyei Klassische
Dreieck-Beziehung im Stil des Film Noir. Die Hauptfiguren dieser Liebesgeschichte sind der superreiche Mafioso, Mr. Butter, seine schöne Frau, Olga, und sein
Diener oder „seine rechte Hand”, Pedro. „Die Bitterkeit und die Rache des betrogenen Ehemanns sind das Werk des Teufels, Pedro! .. Und Du sitzt
mittendrin!” sagt Mr. Butter am Anfang des Films in einem Telefongespräch. Olga und Pedro müssen fliehen. Ihre surrealen Abenteuer enden in einem
Autounfall. Wieder in der Villa des Mr. Butter, werden sie auf eigenwillige Weise bestraft. ARE YOU HAPPY? Ungarn 2007, 6 Min - OmU
(Ung mit engl U) Regie & Kamera: Zsuzsi Flohr Langjährige Freunde trinken und reden. Einige sind glücklich, andere nicht.
Auf die Frage ob sie glücklich sind, antworten einige mit einem Wort, andere in langen komplizierten Sätzen. Aber alle sagen, dass sie glücklich
sind und lächeln dann. Auch diejenigen, die gar nicht gefragt wurden, erzählen dass sie glücklich sind.
DON'T F*** WITH ME I HAVE
51 BROTHERS AND SISTERS Südafrika 2004, OmU, 84 min. Zulu u. Englisch mit engl U Regie & Drehbuch: Dumisani Phakathi
Kamera: Dumisani Phakathi, 2. Kamera: Nina Kellgren Musik: Zim Ngqawana „Ich habe meinen Vater sieben mal in 16 Jahren gesehen, aber das
war nicht unüblich in Südafrika während der Apartheid. Eine Nation umgesiedelter Arbeiter und abwesender Väter. 1996 beim Begräbnis meines
Vaters, erfuhr ich, dass er 52 Kinder hinterließ. Also hatte ich 51 Brüder und Schwestern! Ich war fasziniert von diesem Erbe und entschied meine
Brüder und Schwestern aufzusuchen... und einen Film davon zu machen.” Von Soweto nach Ladysmith und Durban, führt Dumisani Phakathi uns in diesem
road movie um die Mitglieder seiner Familie zu treffen, Eltern und Kinder, die sich in großer Spontaneität äußern. Mit diesen
persönlichen Leben, gibt er uns ein intimes Portrait eines neuen Südafrikas in Suche nach sich selbst.
Filmfestival IDFA, Amsterdam,
2005 NY African Filmfestival 2005 und 2006 DocuSur, Teneriffa 2006 Filmfestival La Reunion, 2006 (1. Preis, bester Dokumentarfilm)
Filmfestival Frankreich (1. Preis bester Dokumentarfilm) Dienstag, 27. März 2007, 19 - 21 Uhr Auswahl Emanuel Danesch, Wien, Künstler und Filmschaffender, www.danesch.at: LIMES: BIOBORDER/PARK/SPEKTAKEL
Österreich 2000-2001, 23 Min Regie und Drehbuch: wr Östlich des Neusiedler Sees, im sogenannten Seewinkel, vermengen sich der
Assistenzeinsatz des österreichischen Bundesheeres („Aktion Limes”) und der NATIONALpark zu einem außergewöhnlichen Spektakel. Lokale
Geschichte, Biologie und die verwechselbaren Bild- und Tonzeichen der Natur- und GrenzschützerInnen in der Landschaft lassen die globale Dimension hinter dem
nationalen Ritual verschwinden. „Natur” dient als unverdächtiger ideologischer Rohstoff. Die Konstruktion verrät sich an ihrem Ablaufdatum:
in wenigen Jahren verschiebt die Festung EUropa die imperiale Demarkationslinie ein Stück weiter nach Osten. Hier wie dort verweist der Limes nicht auf das
lokale Territorium, sondern auf Gebiete und Bevölkerungen tausende Kilometer östlich und südlich. Landschaftstableaus bilden das visuelle
Ausgangsmaterial einer ethnografischen Erkundung des Grenzgebiets. Die idyllische Integrität der „freien Natur” wird mittels einer durch Zitate
illustrierten Erzählung dekonstruiert. Sound und Text stellen den stereotypen Bildtypus wieder in den Kontext der politischen Realität. (wr)
§TATTSBÜRGERSCHAFT? - NATIONALITY? Österreich 2003, 8 Min Regie: Petja Dimitrova Mein Diplomabschluss an der Wiener
Kunstuniversität soll mir, gemeinsam mit einigen Empfehlungsschreiben etablierter Persönlichkeiten aus der Kunstbranche, dazu verhelfen, die
Österreichische Staatsbürgerschaft im „beschleunigten Verfahren”, also vor Ablauf der Mindestwartezeit von zehn Jahren, zu erhalten. Wird es
mir gelingen? Und wozu ist das eigentlich notwendig? Die ökonomischen Prozesse im Zentrum von Globalisierung und EUropäischer Integration
führen zur Verschiebung und Redefinition von Grenzen, zu Migrationsprozessen und werfen Fragen nationaler Identität und Bürgerschaft neu auf. Die
bestehende nationalstaatliche Bürgerdefinition etwa in Österreich schließt MigrantInnen weitgehend von politischer Partizipation aus, und
drängt sie zu einer Reihe von Handlungen, die sich stets an oder jenseits der Grenze der Illegalität bewegen, um ihr Bleiben zu sichern.
KünstlerInnen geht es dabei noch relativ am besten: Als diplomiertes „unternehmerisches Individuum” im kreativen Sektor und nicht EU/EWR-
Bürgerin in Österreich erlaubt mir der Staat Aufenthaltsrecht und Teilnahme an den örtlichen Lebensbedingungen - allerdings unter der Bedingung,
dass ich „rentabel” bin. Um diesen prekären Status zu verlassen, ist das Ansuchen um Staatsbürgerschaft, das nach 10 Jahren Aufenthalt im
Land möglich wird, eine pragmatische Möglichkeit. Die Überlegung ist ganz nüchtern: Eine Re-nationalisierung meiner Identität würde
mir gleichberechtigte Lebenschancen als Unionstaatsbürgerin in EUropa verschaffen. Das Video ist eine Dokumentation der behördlich geforderten
Sammelns von Nachweisen, dass ich der neuen Nationalität „würdig” bin, und gleichzeitig die Abschlussarbeit für das begehrte Diplom.
DIE LISTE Regie: Ehe ohne Grenzen - ein Fremdenrechtskrimi Österreich 2006, 37 Min „1. 1. 2006: ein neues Gesetz bricht
über uns herein ...” so beginnt der rund 40-minütige Fremdenrechtskrimi DIE LISTE, von und mit EHE OHNE GRENZEN. Frauen in binationalen
Partnerschaften nahmen die Kamera in die Hand und richteten sie auf die Wirklichkeit eines Gesetzes, das abgesehen von Chaos bei Behörden und NGOs vor allem
eine massive Verschlechterung der (arbeits- und aufenthalts-)rechtlichen wie emotionalen Situation der betroffenen binationalen Paare mit sich brachte. Der
Film präsentiert die Chronologie der Ereignisse von Jänner bis Oktober 2006 und lenkt dabei den Fokus auf ein „unmoralisches Angebot” seitens
des Innenministeriums: DIE LISTE ... Mittwoch, 28. März 2007, 19 - 21 Uhr Auswahl Emanuel Danesch, Wien, Künstler und
Filmschaffender, www.danesch.at: SANS PAPIERS Deutschland 2004, 14 Min Regie:
Tanja Ostojic, David Rych „Sans Papiers” ergab sich aus einer weitreichenden Recherche, die in erster Linie die Probleme einer
Bevölkerungsgruppe behandelte, die aus diversen Motiven Zuflucht innerhalb der Europäischen Union (respektive Deutschland) sucht. Ein
beträchtlicher Anteil dieser Menschen lebt mit ungeklärtem Status. Sie werden als illegal bezeichnet, als Flüchtlinge, Immigranten, Asylanten. Von
staatlicher Seite wurden spezialisierte Haftanstalten entwickelt, die als Auffanglager zur Vorbereitung von Deportationen dienen. Das Videomaterial umreißt
Lebenssituationen und Haftbedingungen, die von Abschubhäftlingen im Abschiebe-gewahrsam Berlin-Köpenick in Interviews wiedergegeben werden. Mit einem
Fokus auf teilweise widersprüchliche Verfahrensweisen mit Inhaftierten unterschiedlicher Herkunft, sollen derartige Institutionen und der offizielle Umgang
mit Menschen ohne Papiere in Frage gestellt werden. FOKUS POKUS €UROMATIK A/BUL/SRB, 2005, 60 Min Regie: Miroslav
Ničić/Borjana Ventzislavova - Doku Der Wiener „Wurschtlprater” ganz aus der Sicht der dort Arbeitenden. Wie sind sie dorthin gekommen?
Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Wie stellen sie sich ihr weiteres Leben vor? Der Wurschtlprater hat hier mit „Wiener Idylle” nichts zu tun. Die
meisten Befragten kommen aus Ex-Jugoslawien und erzählen die Geschichte ihres Alltags, von verpassten Chancen, vom Zusammenleben am Arbeitsplatz; und
natürlich vom Geld, das man verdient - aber eben nicht genug davon; und sie erzählen von den Möglichkeiten innerhalb der EU und zeichnen ein
Mikromodell der Lebens- und Spannungsverhältnisses einer Gesellschaft, in der Arbeitsmigration Voraussetzung und Normalität des ökonomischen
Überlebens ist. Donnerstag, 29. März 2007, 19 - 21 Uhr Auswahl László László
Révész, Budapest/Wien, Künstler und Filmschaffender, www.revesz.eu: ON THE
SUBJECTIVITY OF THE NOTION OF EXISTENCE IN RELATION WITH THE AUTHENTICITY OF FEMALE CLIMAX Ungarn 2007, 15 Min, OmU (Franz mit Engl
U) Regie & Buch: Pierre Foldes Der in Frankreich geborene ungarische Filmemacher Pierre Foldes erforscht Sein und Schein anhand des
eigenwilligen Themas der Orgasmus-Vortäuschung. Ein Mix aus Filmmaterial und Animation. MIKLOS KHOOR'S VISION OF THE INCA-MAYA CULTURE IN
HUNGARY Ungarn 2004-2005, 41 Min - OmU (Ung mit Engl U) Regie, Buch & Kamera: Will Potter/Lilla Khoor - Doku Miklos Khoor
ist der Großvater der ungarischen Medienkünstlerin Lilla Khoor. Er hat eine fixe Vision: Die Inka-und die Maya-Kultur begründet ihren Ursprung in
Ungarn. Miklos Khoor, der sich selbst als Wissenschaftler sieht, belegt seit den frühen 80ziger Jahren anhand prähistorischer Höhlenmalereien und
Skulpturen die Existenz dieser antiken Inka-Kultur in Ungarn. BACKGROUND - HAVE YOU EVER BEEN TO BUDAPEST? Ungarn 2005, 58 Min - OmU
(Ung mit Engl U) Regie: Peter Szabo Der ungarische Medienkünstler, Peter Szabo, konfrontiert die in Armut lebende
Landbevölkerung im östlichen Ungarn mit Plakatwänden über Budapest. Er befragt sie, ob sie jemals in der Hauptstadt waren, ob sie sich
vorstellen könnten hinzufahren, und was sie dort tun würden. Niemand der Befragten hatte je die Gelegenheit gehabt nach Budapest zu kommen. Der Film
thematisiert die Kluft zwischen der Stadt- und Landbevölkerung in Ungarn, und greift damit ein Tabuthema auf. |